Fieseler Storch

Fieseler Storch

Fieseler Storch

Fieseler Storch

Landung des Fieseler „Storch“ A-97 auf dem Gauligletscher verschoben

Dem selbstlosen, tapferen und mutigen Einsatz von über 80 Schweizer Bergrettern, Soldaten und nicht zuletzt zweier Piloten mit ihren „Störchen“ verdanken zwölf amerikanische Insassen eines crashgelandeten Flugzeuges ihr Leben. Eher nebenbei, aber folgerichtig hat sich aus diesem Einsatz dann das Luftrettungswesen, wie wir es heute kennen, entwickelt, zum Beispiel in der Schweiz die REGA. Man könnte also einmal mehr die Frage „Wer hat’s erfunden?“ mit einer eindeutigen Antwort bescheiden: Die Schweizer, genauer gesagt deren Luftwaffe, die damit schon in Kriegszeiten damit erfolgreich übten.

Der Wiederaufbau und die Restaurierung der A-97, die 1946 an der glorreichen Rettung mitbeteiligt war, verliefen fast verzögerungsfrei: Am ersten Novemberwochenende flog jener „Storch“ erstmals wieder – und das nach über fünfzig Jahren Dornröschenschlaf unter der Decke des Luzerner Verkehrshauses! – und hob im südpolnischen Krosno zu einem einstündigen, erfolgreichen Erprobungsflug ab.

Um mit einem Flugzeug auf einem Gletscher landen zu können, bedarf es jedoch mehr als eines sicheren Flugzeuges und einer erfahrenen Besatzung. Wir brauchen vor allen Dingen genug Schnee und fliegbares Wetter.

Das hört sich zwar banal an, ist aber alles andere als das. Die akribischen Vorbereitungen für die Gletscherlandung beinhalten auch die enge Zusammenarbeit mit dem Gebirgsdetachement des Militärflugplatzes Meiringen-Unterbach. Von dort kam schon früh in diesem Herbst der Rat: Verschiebt doch bitte Euren Jubiläumsflug auf später im Winter – es liegt derzeit einfach viel zu wenig Firnschnee auf dem Gauli!

Ironie der Geschichte: Gab es am 19. November 1946 noch Schnee im Übermass – nur einen Tag, nachdem die Amerikaner vom Gletscher ins Tal geflogen worden waren wurde das Wrack der C-53 vollständig eingeschneit – so ereilen unser Vorhaben in diesem Jahr die Folgen der Erderwärmung.

Der Gauligletscher ist der vom Klimawandel wohl am stärksten betroffene Gletscher der Alpen. Die sechs Kilometer lange Gletscherzunge hat in den letzten Jahren über 10 Prozent ihrer Länge eingebüsst. Allein im Wärmerekordwinter 2006/2007 verlor er über hundert Meter Länge. Es ist deshalb unser Anliegen, mit dem erneuten Flug auch unmissverständlich auf den Klimawandel und seine fatalen Folgen hinzuweisen.

In der Aviatik dürfen nie Zugeständnisse an die Sicherheit gemacht werden! 1946 müssen hunderte von Schutzengeln ihre Fittiche über den amerikanischen Flugzeuginsassen, aber auch über den Schweizer Rettern ausgebreitet haben. Alle Beteiligten sind nämlich lebend ins Tal zurückgekehrt, trotz Frost, Schneefall, Lawinengefahr und des Flugbetriebs auf dem Gletscher mit vielen unbekannten Gefahren.

Wir wollen deshalb die Schutzengel nicht herausfordern. Aus diesem Grund sind wir leider gezwungen, die Jubiläumslandung am 24. November zum Bedauern der Aviatikfreunde zu verschieben, aber aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben! Wir werden im kommenden Frühjahr die Landung auf dem Gauligletscher nachholen, sobald erneut stabile Schnee- und Wetterverhältnisse das gestatten. Über Aktuelles dazu informiert zudem stets unsere Homepage.

Am 24.11.2016 werden wir jedoch gemeinsam mit der Schweizer Luftwaffe in Meiringen eine Gedenkfeier abhalten, um zur 70. Wiederkehr des Jahrestages der wundervollen Rettung am Gauligletscher das Andenken an die Mission und vor allem an die Beteiligten hochzuhalten.

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